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Die Schweiz avanciert zum Datenhub

Zürich verdoppelt seine Kapazitäten für internationale Cloud-Anbieter und stösst auf Platz sechs der europäischen Datenhubs vor.

Lange galten die Metropolen London, Dublin, Frankfurt und Amsterdam als die wichtigsten und am schnellsten wachsenden Datenstandorte in Europa. Doch laut mehreren Studien holt die Schweiz - und hier insbesondere Zürich - nun auf. Die bereits angekündigten Projekte im Grossraum Zürich werden in den nächsten Jahren die verfügbare Datacenter-Kapazität mehr als verdoppeln. Laut CBRE stösst die Schweiz damit auf Platz 6 vor. 

Zürich als neue Cloud-City 

Doch was sind die Treiber hinter dem Bauboom? Ist es der bereits schon länger andauernde Trend zur Auslagerung von Unternehmensrechenzentren oder die verstärkte Cloud-Nutzung? «Die Cloud ist der wesentliche Treiber», erklärt Roger Süess, CEO von Green und präzisiert: «Durch den Aufbau von Schweizer Datenstandorten fragen die grossen internationalen Cloud-Anbieter (Hyperscaler) hier grosse Volumen nach.»

Denn das Geschäft wächst schnell. Der Umsatz mit Cloud-Services lag im Jahr 2017 bei rund 2,54 Milliarden Schweizer Franken und soll bis 2021 auf rund 7,61 Milliarden Schweizer Franken steigen. Und der Grossraum Zürich liegt hier gut positioniert, um Kapazitäten rasch bereitzustellen. Bauland, Energiereserven und die notwendigen Fachkräfte für den Datacenter-Bau und -Betrieb sind hier vorhanden. Ebenso eine für die Cloud-Anbieter interessante Kundschaft: Ein Mix aus anspruchsvollen Unternehmen aus der Finanzindustrie, aber auch Kunden aus der Pharmabranche und der öffentlichen Hand liegen im Einzugsgebiet. Allesamt Branchen, die bisher aufgrund regulatorischer Auflagen nur wenige der im Ausland beheimateten Cloud-Angebote nutzten und jetzt kräftig in die Digitalisierung investieren.  

Von 67 auf 168 Megawatt 

Laut Analyse von DC-Byte wächst die Datenregion Zürich rasant. Von derzeit 67 Megawattt Leistung – verteilt auf 24 Rechenzentren – wachsen vor allem jene Anbieter, die sich auf Hyperscaler spezialisiert haben. Allein 24 Megawatt Kapazität befinden sich aktuell im Bau – weitere Projekte über 78 Megawatt seien angekündigt. Dies die wohl eher vorsichtige Schätzung der Studienautoren.

In Zürich verteilen sich aktuell drei Viertel der Kapazitäten auf vier Anbieter, wovon Green laut inside-channels.ch am meisten Kapazität bereitstellt.

Mit den beiden Bauprojekten in Dielsdorf (Metro-Campus Zürich mit 50 Megawatt) sowie der ersten Ausbauetappe in Lupfig (Zürich-West 4 mit 16 Megawatt) trägt Green dazu bei, die notwendigen Wachstumsreserven für die Cloud-Anbieter bereitzustellen. Darüber hinaus werden dank einem umfassenden Angebot an Colocation-Services aber auch Unternehmen aller Grössen Platz in den neuen Rechenzentren mieten können. Und, so Roger Süess: «So auch von der Nähe zu den Clouds profitieren». Ein Vorteil, den Unternehmen zu schätzen wissen.