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RBL was ist das?

Hinweis: Dieser Hilfeartikel gilt für Surf Mail, Mailhosting und Hosted Exchange. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Maildienst Sie verwenden, finden Sie weitere Informationen im folgenden Artikel.

https://www.green.ch/de/welchen-maildienst-verwende-ich

 

Was ist eine RBL?

RBL steht für Realtime Blacklist beziehungsweise Real-time Blackhole List. Dabei handelt es sich um Blacklists, auf denen IP-Adressen, Mailserver oder Domains aufgeführt werden, die durch Spam, Phishing, Malware, kompromittierte Systeme oder andere missbräuchliche Aktivitäten aufgefallen sind.

Viele Mailserver prüfen eingehende E-Mails gegen solche Listen. Befindet sich eine Versand-IP-Adresse oder eine Domain auf einer RBL, kann dies dazu führen, dass E-Mails als Spam eingestuft, verzögert zugestellt oder abgelehnt werden.

Wichtig ist, dass der Begriff RBL keine einzelne Blacklist bezeichnet. Es existieren zahlreiche verschiedene Blacklists, die von unterschiedlichen Betreibern geführt werden und eigene Kriterien für die Aufnahme und Entfernung von Einträgen verwenden.

 

Wie funktionieren RBLs?

Mailserver nutzen RBLs als Bestandteil ihrer Spam- und Reputationsprüfung. Viele Systeme prüfen mehrere Blacklists gleichzeitig.

Ein Eintrag kann unter anderem entstehen durch:

  • Versand von Spam
  • Kompromittierte Mailkonten
  • Gehackte Webseiten oder Server
  • Versand von Malware oder Phishing-Nachrichten
  • Fehlkonfigurierte Mailserver
  • Fehlende oder fehlerhafte SPF-, DKIM- oder DMARC-Einträge
  • Grosse Mengen unerwünschter Nachrichten
  • Eine schlechte Versandreputation der IP-Adresse oder Domain

Je nach Blacklist können IP-Adressen, Domains oder beide bewertet werden.

 

Welche Auswirkungen hat ein RBL-Eintrag?

Ein Eintrag auf einer Blacklist bedeutet nicht automatisch, dass keine E-Mails mehr zugestellt werden können.

Mögliche Auswirkungen sind:

  • E-Mails werden als Spam eingestuft
  • E-Mails werden verzögert zugestellt
  • E-Mails werden vorübergehend abgelehnt
  • E-Mails werden dauerhaft abgelehnt
  • Bestimmte Empfänger akzeptieren Nachrichten nicht mehr

Da verschiedene Empfänger unterschiedliche Filter und Blacklists verwenden, kann dieselbe Nachricht bei einem Empfänger erfolgreich zugestellt werden, während sie bei einem anderen Empfänger abgelehnt wird.

 

IP-Reputation und Domain-Reputation

IP-Reputation

Die Reputation einer IP-Adresse beschreibt das Vertrauen, das andere Mailserver dieser Adresse entgegenbringen. Wird über eine IP-Adresse Spam versendet, kann die gesamte Versand-IP auf einer Blacklist landen.

Domain-Reputation

Auch Domains können eine schlechte Reputation erhalten. In diesem Fall können Nachrichten aufgrund der verwendeten Domain blockiert oder als Spam eingestuft werden.

Typische Fehlermeldung:

554 Your access to this mail system has been rejected due to poor reputation of a domain used in message transfer

Eine solche Meldung weist darauf hin, dass die Reputation einer in der Nachricht verwendeten Domain negativ bewertet wird. Die betroffene Domain kann sich im Absender, Betreff, Nachrichtentext oder in enthaltenen Links befinden.

 

Wie erkenne ich, ob eine RBL die Ursache ist?

Typische Hinweise sind:

  • Bounce-Meldungen mit Begriffen wie Blacklist, Blocklist, RBL oder Reputation
  • E-Mails werden nur bei bestimmten Empfängern abgelehnt
  • E-Mails landen plötzlich im Spamordner
  • Fehlermeldungen von Gmail, Bluewin, Outlook.com oder anderen Mailanbietern

Für eine genaue Analyse sind die vollständige Bounce-Meldung oder die vollständigen Mail-Header erforderlich.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/mail-header-analysieren

 

RBL bedeutet nicht automatisch ein Zustellproblem

Eine Meldung, dass eine IP-Adresse oder Domain auf einer Blacklist geführt wird, reicht für eine technische Beurteilung nicht aus.

Für die Analyse sind folgende Informationen wichtig:

  • Welche IP-Adresse betroffen ist
  • Welche Domain betroffen ist
  • Auf welcher Blacklist der Eintrag besteht
  • Ob der Empfänger diese Blacklist überhaupt verwendet
  • Welche Fehlermeldung oder welcher Bouncecode zurückgegeben wurde

Erst anhand dieser Informationen lässt sich beurteilen, ob tatsächlich ein Zustellproblem vorliegt und ob ein Delisting sinnvoll ist.

 

RBL und UCEPROTECT sind nicht dasselbe

UCEPROTECT ist lediglich eine einzelne Blacklist und darf nicht mit allen RBLs gleichgesetzt werden.

Ein Eintrag bei UCEPROTECT bedeutet nicht automatisch, dass andere Blacklists dieselbe Bewertung verwenden oder dass dies die Ursache eines Zustellproblems ist.

In vielen Fällen liegen die Ursachen von Zustellproblemen an anderen Faktoren wie der Reputation, Spamfiltern, DNS-Konfigurationen oder empfängerseitigen Einschränkungen.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/uceprotect-erklaert

 

Was tun bei Zustellproblemen?

  1. Prüfen Sie die vollständige Fehlermeldung oder Bounce-Nachricht.
  2. Ermitteln Sie die betroffene Versand-IP-Adresse.
  3. Prüfen Sie, ob nur einzelne Empfänger betroffen sind.
  4. Prüfen Sie, welche Blacklist konkret genannt wird.
  5. Prüfen Sie SPF, DKIM und DMARC.
  6. Prüfen Sie die Reputation der Domain und der Versand-IP.
  7. Prüfen Sie, ob die tatsächliche Ursache bereits behoben wurde, bevor ein Delisting beantragt wird.

Hinweis: Wenn Zustellprobleme trotz korrekter Konfiguration weiterhin auftreten oder der genaue Ablehnungsgrund nicht erkennbar ist, wenden Sie sich mit der vollständigen Bounce-Meldung an den Support.

 

Verwandte Themen

Weitere Informationen zu Blacklists, Reputation und Zustellproblemen:

https://www.green.ch/de/ip-von-green-auf-blacklist

https://www.green.ch/de/ip-reputation-schlecht-wegen-spam

https://www.green.ch/de/delisting-von-blacklists

https://www.green.ch/de/uceprotect-erklaert

https://www.green.ch/de/spf-dkim-und-dmark-erklaert

https://www.green.ch/de/gmail-zustellungsprobleme

https://www.green.ch/de/bluewin-zustellungsprobleme

https://www.green.ch/de/hotmail-/-outlookcom-zustellungsprobleme