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Spoofing Erpresser

Was sind Spoofing-Erpressermails?

Spoofing-Erpressermails sind Betrugsnachrichten, bei denen Angreifer eine falsche Identität vortäuschen und behaupten, ein E-Mail-Konto, einen Computer oder andere Geräte erfolgreich kompromittiert zu haben.

Häufig stammen diese Nachrichten scheinbar von Ihrer eigenen E-Mail-Adresse. Dadurch soll der Eindruck entstehen, dass tatsächlich ein Zugriff auf Ihr Konto erfolgt ist.

Das Ziel besteht darin, Angst und Zeitdruck zu erzeugen, damit Betroffene möglichst schnell Geld überweisen.

 

Wie sehen solche Erpressermails typischerweise aus?

Viele dieser Nachrichten folgen seit Jahren einem ähnlichen Muster.

Typische Behauptungen sind:

  • Ihr E-Mail-Konto sei gehackt worden.
  • Ihr Computer sei kompromittiert worden.
  • Schadsoftware sei auf Ihrem Gerät installiert worden.
  • Ihre Webcam sei übernommen worden.
  • Sie seien bei privaten oder peinlichen Aktivitäten gefilmt worden.
  • Die Aufnahmen würden an Freunde, Familie, Kunden oder Geschäftspartner versendet werden.
  • Sie müssten innerhalb einer bestimmten Frist bezahlen.

Die Zahlung soll fast immer in Kryptowährungen erfolgen, häufig in Bitcoin.

 

Bedeutet die Nachricht automatisch, dass Ihr Konto gehackt wurde?

Nein.

Allein die Behauptung eines Angreifers ist kein Beweis für einen tatsächlichen Fremdzugriff.

Viele dieser Erpressermails werden massenhaft versendet und enthalten denselben oder einen sehr ähnlichen Text. Häufig handelt es sich um reine Einschüchterungsversuche.

Besonders häufig wird lediglich die sichtbare Absenderadresse gefälscht. Dies wird als Mail Spoofing bezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.green.ch/de/mail-spoofing-erklaert

 

Wann sollten Sie besonders aufmerksam werden?

Prüfen Sie die Nachricht genauer, wenn der Angreifer konkrete Informationen nennt, die tatsächlich zu Ihnen gehören.

Beispiele:

  • ein aktuelles oder früher verwendetes Passwort
  • persönliche Daten, die nicht öffentlich bekannt sind
  • konkrete Informationen zu Ihrem System oder Ihren Geräten
  • tatsächlich vorhandene Dateien oder Dokumente

Selbst dann bedeutet dies nicht automatisch, dass aktuell ein Zugriff auf Ihr Konto besteht. Alte Passwörter stammen häufig aus früheren Datenlecks anderer Dienste.

 

Wie können Sie prüfen, ob tatsächlich ein Fremdzugriff vorliegt?

  1. Prüfen Sie den Ordner «Gesendet» auf unbekannte Nachrichten.
  2. Prüfen Sie, ob unerwartete Weiterleitungen eingerichtet wurden.
  3. Prüfen Sie, ob Ihr Passwort ohne Ihr Wissen geändert wurde.
  4. Prüfen Sie, ob Sie sich weiterhin normal anmelden können.
  5. Prüfen Sie, ob andere Personen tatsächlich Nachrichten von Ihrem Konto erhalten haben.

Fehlen diese Anzeichen, handelt es sich häufig um Spoofing ohne tatsächlichen Zugriff auf Ihr Konto.

 

Warum verlangen Betrüger oft Bitcoin?

Viele Erpresser fordern Zahlungen in Bitcoin oder anderen Kryptowährungen.

Die Gründe dafür sind unter anderem:

  • Zahlungen können international empfangen werden.
  • Zahlungen lassen sich nicht wie eine Kreditkartenzahlung zurückbuchen.
  • Empfänger versuchen, ihre Identität zu verschleiern.

Die geforderten Beträge können stark variieren. In vielen Fällen drohen die Angreifer mit einer Frist und behaupten, die Forderung werde anschliessend erhöht.

 

Sollten Sie bezahlen?

Eine Zahlung garantiert nicht, dass die Behauptungen der Nachricht wahr sind.

Ebenso gibt es keine Garantie dafür, dass nach einer Zahlung tatsächlich Daten gelöscht oder angebliche Aufnahmen vernichtet werden.

Viele dieser Nachrichten werden automatisiert in grosser Zahl versendet.

 

Was sollten Sie bei einer Spoofing-Erpressermail tun?

  1. Bleiben Sie ruhig und handeln Sie nicht unter Zeitdruck.
  2. Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links.
  3. Überweisen Sie kein Geld.
  4. Prüfen Sie, ob tatsächliche Anzeichen eines Fremdzugriffs bestehen.
  5. Ändern Sie Ihr Passwort, wenn Sie einen tatsächlichen Fremdzugriff vermuten.
  6. Aktivieren Sie verfügbare Sicherheitsfunktionen wie Mehrfaktor-Authentifizierung.
  7. Bewahren Sie die Nachricht als Beweismittel auf.

 

Kann eine solche Nachricht gemeldet werden?

Ja.

Drohungen, Erpressungsversuche und Betrugsdelikte können bei den zuständigen Behörden gemeldet werden.

Auch Kryptowährungsadressen können im Rahmen von Ermittlungen ausgewertet und mit weiteren Fällen in Zusammenhang gebracht werden.

Bewahren Sie deshalb die vollständige Nachricht möglichst auf und löschen Sie sie nicht sofort.

 

Erpressermail melden

Spoofing-Erpressermails können dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) gemeldet werden. Meldungen helfen dabei, aktuelle Angriffsmuster zu erkennen und weitere Betroffene zu warnen.

Weitere Informationen und die Meldemöglichkeit finden Sie unter:

https://www.ncsc.admin.ch/

Falls Sie Strafanzeige erstatten möchten, können Sie sich zusätzlich an die zuständige Polizeibehörde wenden.

 

Verwandte Themen

Mail Spoofing

Mail Spoofing beschreibt das Fälschen einer E-Mail-Absenderadresse. Viele Erpressermails verwenden diese Technik.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.green.ch/de/mail-spoofing-erklaert

 

Phishing

Phishing und Erpressermails verfolgen unterschiedliche Ziele. Beide Methoden nutzen jedoch häufig gefälschte Identitäten und versuchen, Vertrauen auszunutzen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.green.ch/de/achtung-phishing-gefaelschte-e-mails-im-umlauf

https://www.green.ch/de/phishing-kampagnen

 

Spoofing allgemein

Spoofing umfasst verschiedene Methoden, bei denen Identitäten, Absender oder technische Quellen gefälscht werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.green.ch/de/spoofing-alles-darueber

 

Sicheres Passwort

Starke Passwörter und Mehrfaktor-Authentifizierung helfen dabei, das Risiko eines tatsächlichen Kontozugriffs zu reduzieren.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.green.ch/de/sicheres-passwort

https://www.green.ch/de/mfa-fuer-webmailer

 

Prüfen Sie zuerst, ob tatsächlich Anzeichen für einen Fremdzugriff bestehen.

Hinweis: Falls Sie unbekannte Nachrichten im Ordner «Gesendet» finden, unerwartete Weiterleitungen erkennen, sich nicht mehr anmelden können oder andere Hinweise auf einen tatsächlichen Kontozugriff bestehen, wenden Sie sich an den Support.