Wählen Sie Ihre Sprache

Was ist Spam?

Hinweis: Dieser Hilfeartikel gilt nur für Surf Mail, Mailhosting und Hosted Exchange. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Maildienst Sie verwenden, finden Sie weitere Informationen im folgenden Artikel.

https://www.green.ch/de/welchen-maildienst-verwende-ich

 

Was ist Spam?

Spam bezeichnet unerwünschte E-Mails, die unaufgefordert und häufig automatisiert versendet werden. Durch den automatisierten Versand können Absender mit geringem Zeit- und Geldaufwand eine grosse Anzahl Empfänger erreichen.

Spam wird meist automatisiert versendet und macht einen grossen Anteil des weltweiten E-Mail-Verkehrs aus. Am häufigsten tritt Spam per E-Mail auf, kann jedoch auch über SMS, Messenger-Dienste, soziale Netzwerke oder Kontaktformulare verbreitet werden.

Spam ist ein Oberbegriff für unerwünschte Nachrichten. Nicht jede Spam-Nachricht ist automatisch ein Phishing-Angriff. Phishing ist eine spezielle Form von Spam mit dem Ziel, Zugangsdaten, Geld oder vertrauliche Informationen zu stehlen.

 

Warum wird Spam versendet?

Spam wird aus unterschiedlichen Gründen versendet:

  • Werbung für Produkte oder Dienstleistungen
  • Verbreitung von Schadsoftware, Viren oder anderen schädlichen Programmen
  • Diebstahl von Zugangsdaten und vertraulichen Informationen
  • Betrugsversuche und finanzielle Erpressung
  • Verbreitung gefälschter Webseiten oder Links
  • Manipulation von Empfängern durch Social Engineering
  • Verbreitung von Phishing-Nachrichten
  • Überlastung von Systemen oder Postfächern

Viele Spam-Nachrichten versuchen, Vertrauen aufzubauen oder Druck zu erzeugen. Häufig werden bekannte Unternehmen, Behörden, Lieferdienste oder Banken nachgeahmt.

 

Welche Arten von Spam gibt es?

Werbespam

Werbespam ist die klassische Form von Spam. Die Nachrichten enthalten unerwünschte Werbung für Produkte, Dienstleistungen oder Webseiten. Solche Spam-E-Mails stammen häufig von kommerziellen Anbietern.

Phishing

Beim Phishing versuchen Angreifer, Empfänger zur Preisgabe von Zugangsdaten, Kreditkartendaten oder anderen vertraulichen Informationen zu bewegen. Oft enthalten die Nachrichten Links zu gefälschten Webseiten.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/achtung-phishing-gefaelschte-e-mails-im-umlauf

https://www.green.ch/de/phishing-kampagnen

 

Spoofing

Beim Spoofing wird die sichtbare Absenderadresse gefälscht. Die Nachricht wirkt dadurch so, als stamme sie von einer vertrauenswürdigen Person oder Organisation, obwohl dies nicht der tatsächliche Absender ist.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/mail-spoofing-erklaert

https://www.green.ch/de/spoofing-alles-darueber

 

Erpressermails

Erpressermails behaupten häufig, dass ein Gerät oder ein E-Mail-Konto kompromittiert wurde oder vertrauliche Informationen veröffentlicht werden. Ziel ist es, Angst zu erzeugen und Geldzahlungen zu erzwingen.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/drohungen

https://www.green.ch/de/spoofing-erpresser

 

Backscatter

Backscatter entsteht häufig durch gefälschte Absenderadressen. Dadurch erhalten unbeteiligte Personen automatische Fehlermeldungen oder Unzustellbarkeitsmeldungen zu Nachrichten, die sie nie versendet haben.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/was-tun-bei-so-viel-spam/was-ist-spam/backscatter

 

Spam mit Schadsoftware

Diese Nachrichten enthalten Anhänge oder Links, die Schadsoftware, Viren, Trojaner oder andere schädliche Programme verbreiten sollen.

 

Spamfluten und Mailbombing

Bei einer Spamflut oder beim Mailbombing erhält eine E-Mail-Adresse innerhalb kurzer Zeit sehr grosse Mengen von Nachrichten.

Angreifer tragen die betroffene Adresse häufig automatisiert bei Newslettern, Registrierungsformularen oder Kontaktformularen ein. Dadurch treffen innerhalb kurzer Zeit Hunderte oder Tausende Nachrichten ein.

Spamfluten können verschiedene Ziele haben:

  • Überlastung eines Postfachs
  • Verdeckung wichtiger Nachrichten
  • Ablenkung von einem laufenden Angriff
  • Verhinderung der normalen Kommunikation
  • Verschleierung von Betrugs- oder Phishing-Aktivitäten

Besonders perfide sind Spamfluten, die eingesetzt werden, um Sicherheitswarnungen, Passwortänderungen, Bestellbestätigungen oder andere wichtige Mitteilungen zwischen Tausenden Spam-Nachrichten zu verstecken.

Weitere Informationen:

https://www.green.ch/de/ddos-mail-bomben

 

Wie erkennen Spamfilter Spam?

Spamfilter analysieren verschiedene Merkmale einer Nachricht. Eine E-Mail wird in der Regel nicht aufgrund eines einzelnen Merkmals als Spam eingestuft, sondern anhand mehrerer Prüfungen.

Typische Prüfungen sind:

  • Absenderadresse
  • IP-Adresse des versendenden Mailservers
  • Reputation von Domain und Mailserver
  • Inhalt der Nachricht
  • Links und verlinkte Webseiten
  • Anhänge
  • Bekannte Spam-Muster
  • Blacklists

 

Kann Spam vollständig verhindert werden?

Spam kann nicht vollständig verhindert werden. Da Spam weltweit und automatisiert versendet wird, gelangen trotz moderner Schutzmechanismen immer wieder unerwünschte Nachrichten in Postfächer.

Spamfilter reduzieren die Anzahl unerwünschter Nachrichten erheblich, können jedoch nicht jede Spam-Nachricht erkennen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass legitime Nachrichten fälschlicherweise als Spam eingestuft werden.

Weitere Informationen zum Umgang mit Spam und zu Spamfiltern:

https://www.green.ch/de/was-tun-bei-so-viel-spam

https://www.green.ch/de/bietet-greench-einen-spam-schutz-an

https://www.green.ch/de/spamfilter-wie-funktioniert-der

 

Rechtsgrundlagen in der Schweiz

Gestützt auf das Fernmeldegesetz (FMG) und das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist Spam seit dem 1. April 2007 in der Schweiz grundsätzlich verboten.

Fernmeldetechnisch gesendete Massenwerbung ist laut Artikel 3 lit. o UWG nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Massenwerbung, die nicht in direktem Zusammenhang mit vom Empfänger angeforderten Inhalten steht, muss grundsätzlich folgende drei Bedingungen erfüllen:

  • Die Massenwerbung muss nach Einwilligung des Empfängers gesendet werden. Es gilt das sogenannte Opt-in-Modell.
  • Die Massenwerbung muss einen korrekten Absender enthalten.
  • Die Massenwerbung muss auf eine problemlose und kostenlose Ablehnungsmöglichkeit hinweisen.

Eine Ausnahme von der Opt-in-Bestimmung besteht, wenn ein Verkäufer eine Adresse für eigene Werbung verwendet. Dies ist möglich, wenn der Kunde beim Kauf auf die Ablehnungsmöglichkeit hingewiesen wurde und diese nicht genutzt hat.

Artikel 3 lit. o UWG entspricht Artikel 13 der EU-Datenschutzrichtlinie und steht somit im Einklang mit dem europäischen Recht.

 

Wie können Sie den Eingang von Spam reduzieren?

Es gibt keinen vollständigen Schutz vor Spam-E-Mails. Durch einen sorgfältigen Umgang mit Ihrer E-Mail-Adresse und das Beachten einiger Grundregeln können Sie den Eingang unerwünschter Nachrichten jedoch deutlich reduzieren.

  1. Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse grundsätzlich nur an bekannte Personen und Institutionen weiter.
  2. Verwenden Sie für Newsgroups, Mailinglisten und ähnliche Dienste eine Zweitadresse.
  3. Veröffentlichen Sie Ihre E-Mail-Adresse nicht ungeschützt im Internet. Spammer verwenden Programme, die automatisiert nach gültigen E-Mail-Adressen suchen.
  4. Falls Sie Ihre Adresse im Internet veröffentlichen müssen, tarnen Sie diese so, dass sie von Menschen, aber nicht ohne Weiteres von automatisierten Programmen gelesen werden kann. Ersetzen Sie beispielsweise das Zeichen @ durch die Schreibweise «at» oder codieren Sie Ihre Adresse.
  5. Verwenden Sie nach Möglichkeit keine sehr kurze E-Mail-Adresse. Spammer setzen Programme ein, die Kombinationen kurzer Adressen ausprobieren. Eine längere E-Mail-Adresse kann einen gewissen Schutz bieten.
  6. Verwenden Sie die Filterfunktionen Ihres E-Mail-Programms. Viele E-Mail-Programme können eingehende Nachrichten anhand festgelegter Merkmale filtern.
  7. Beantworten Sie keine Spam-E-Mails und löschen Sie diese. Durch eine Antwort kann der Absender erkennen, dass die E-Mail-Adresse gültig und aktiv ist. Dies kann zu weiteren Spam-Nachrichten führen.
  8. Verwenden Sie beim Versand einer Nachricht an viele Empfänger das Feld «BCC» für Blindkopien. Die im Feld «BCC» eingetragenen E-Mail-Adressen sind für die anderen Empfänger nicht sichtbar und gelangen dadurch weniger leicht in die Hände von Spammern.

 

Was können Sie tun, wenn Sie Spam erhalten?

Fernmeldedienstanbieter sind verpflichtet, Spam zu bekämpfen. Die entsprechenden Bestimmungen sind in Artikel 45 Abs. 2 und Artikel 45a des Fernmeldegesetzes (FMG) sowie in Artikel 82 und 83 der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) festgelegt.

Fernmeldedienstanbieter haben insbesondere folgende Pflichten:

  • Sie müssen ihre Kunden vor Spam schützen, soweit es der Stand der Technik zulässt.
  • Sie müssen Massnahmen ergreifen, wenn sie davon Kenntnis haben, dass ihre Kunden Spam senden oder weiterleiten.
  • Sie dürfen Spam unterdrücken und Kunden, die Spam versenden oder weiterleiten, vom Fernmeldenetz trennen.
  • Sie müssen eine Meldestelle für Spam betreiben.

Wenn Kunden glaubhaft machen, dass sie Spam erhalten, müssen Fernmeldedienstanbieter Auskunft über den Absender erteilen, soweit ihnen dies möglich ist.

Prüfen Sie nach Möglichkeit, ob der Spam über ein Schweizer Fernmeldenetz gesendet oder weitergeleitet wurde. Dazu können Sie im Internet verfügbare Spam-Analyse-Tools verwenden. Befindet sich der Absender in der Schweiz, können Sie den Spam-Eingang Ihrem Fernmeldedienstanbieter melden.

Spam ist strafbar, wenn er vorsätzlich, das heisst wissentlich und willentlich, aus der Schweiz versendet wird. Massgebend ist Artikel 23 des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

In einem solchen Fall können Sie bei der nächsten Polizeidienststelle Anzeige gegen die werbende Firma oder den Absender erstatten. Prüfen Sie dabei, ob ein mögliches Strafverfahren im Verhältnis zum entstandenen Schaden sinnvoll ist. Spam ist ein Antragsdelikt. Die Strafverfolgung ist Sache der Kantone.

Weitere Informationen zur Spam-Problematik finden Sie beim BAKOM und auf der MELANI-Website.